KiDeTi e.V.
 Generationen verbinden


 



AKTUELLES von KiDeTi (12.08.2019) 

 

Interview mit dem KiDeTi Team aus Bayern

Karin und Hundedame Lissy

Die 44-jährige, examinierte Krankenschwester, Rettungssanitäterin und als Tierheilpraktikerin tätige Karin Gilg (Bild rechts) lebt mit ihrer Familie und der inzwischen ausgebildeten Therapiebegleithündin Lissy in Simbach am Inn. Einigen von uns ist der Ort bestimmt noch wegen der schlimmen Flutkatastrophe vor drei Jahren in Erinnerung geblieben. Auch Karins Familie war davon betroffen. In dieser aufregenden und für ihre Familie sehr emotionalen Zeit bemerkte Karin besonders bei ihrer Tochter, wie hilfreich der Kontakt zu Tieren sein kann. Die Tochter hatte durch eine Reitbeteiligung auch in dieser Zeit immer Kontakt zu Tieren und war deshalb in der Familie psychisch am stabilsten. Als dann später wieder ein Hund, Meerschweinchen und Katzen in die Familie kamen, ging es auch den restlichen Familienmitgliedern wieder besser.

Per Zufall kam genau in dieser Zeit eine Mail von ihrem Berufsverband für Heilpraktiker, dem sie angehört und welcher die Ausbildung zur Fachkraft für tiergestützte Interventionen vorstellte.

Inzwischen steht Karin vor dem Abschluss der Weiterbildung zur Fachkraft für tiergestützte Therapie und Pädagogik an der Fachhochschule Niederrhein.

Wir haben mit Karin gesprochen:

KiDeTi: Liebe Karin, mit welchem Tier möchtest du später tiergestützt arbeiten und warum hast du dich dafür entschieden?

Labradoodlehündin Lissy

Karin: Tiergestützt arbeiten möchte ich mit meinem Hund bzw. nächstes Jahr mit zwei Hunden. Ich würde aber auch nicht ausschließen, dass noch weitere Tiere hinzukommen, wie zum Beispiel Zwerg-Esel. Derzeit habe ich eine Labradoodlehündin, Lissy, die ich bewusst ausgesucht habe, weil diese Rasse als sehr lernfähig gilt. Außerdem ist sie sehr entspannt und ausgeglichen und erfüllt somit die wichtigsten Voraussetzungen eines Therapiehundes.

KiDeTi: Was möchtest du als Fachkraft für tiergestützte Pädagogik und Therapie später machen?

Karin: Ich würde mich freuen, wenn ich als Fachkraft für tiergestützte Therapie und Pädagogik Einsatzbereiche in Schulen finde und auch KiDeTi-Projekte umsetzen kann.

Die Kombination Kinder und Demenzkranke ist nach wie vor mein Steckenpferd. Aber auch als externen Schulhund könnte ich mir Lissy mittlerweile gut vorstellen.

KiDeTi: Du und Lissy haben ja schon in einer Grundschule als Team gearbeitet/geübt. Was genau habt ihr da gemacht und wo war für Euch die größte Herausforderung?

Karin: Mit Lissy als Lesehund habe ich ehrenamtlich in einer Grundschule gearbeitet.
Das war eine positive Erfahrung, denn die beiden Mädchen haben wirklich Fortschritte gemacht. Und mein Hund hat sehr entspannt danebengelegen.
Die größte Herausforderung war, als ein Junge ohne jeden Grund „nur zum Spaß“ nach Lissy getreten hat. Er hat sie nicht erwischt und Lissy ist einfach nur zurückgegangen und hat sich hinter mich gesetzt. Da habe ich mich schon gefragt, ob ich das meinem Hund wirklich antun möchte, denn in jedem Einsatz kann etwas Unvorhergesehenes passieren.

Lissy bei der Arbeit

KiDeTi: Denkst du, dass es wichtig ist, dass Mensch und Hund richtig ausgebildet werden? Wenn ja: Warum ist es wichtig und worauf sollte man bei der Auswahl seines Ausbildungsinstituts achten, wenn man einmal tiergestützt arbeiten möchte?

Karin: Es ist immens wichtig, dass Mensch und Hund sehr gut ausgebildet werden. Ein Therapiehund wird nicht als solcher geboren und es ist mit sehr viel Aufwand und Arbeit verbunden, ihn auszubilden. Bei der Wahl seines Ausbildungsinstituts sollte man darauf achten, dass sowohl der Mensch als auch der Hund ausgebildet werden. Oder man braucht zusätzlich eine Ausbildung für den Hund. Es ist immer noch sehr schwierig ein gutes Ausbildungsinstitut zu finden, da die Ausbildung nicht einheitlich geregelt ist und es viele schwarze Schafe auf dem Markt gibt. Es beginnt schon mit dem Hundetrainer, ob der die Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz vom Veterinäramt für seine Arbeit hat. Denn nur ein qualifizierter Trainer wird auch gut ausbilden. Ein Therapiehund muss ohne Strafen erzogen werden. Ein guter Trainer wird den Hund von Anfang an auf die wichtigen Dinge für die spätere Tätigkeit achten und den Hund dementsprechend prägen und ausbilden helfen.
Die Ausbildung für den Hundeführer sollte über einen längeren Zeitraum gehen. So etwas schafft man nicht an ein paar Wochenenden.

KiDeTi: Liebe Karin, hast du noch etwas, was du zukünftigen Teams mit auf den Weg geben möchtest?

Karin: Wenn ich mit Lissy ehrenamtlich im Altenheim die Senioren besuche, werde ich oft angesprochen. „Mein Hund ist ganz lieb, mit dem kann ich doch auch alte Menschen besuchen.“ Wenn der Hundehalter seinen Hund nicht lesen kann und der Hund nicht langsam an die Arbeit gewöhnt wird, dann wird es nicht funktionieren. Am Anfang bin ich mit meiner Hundetrainerin zusammen erst einmal mit Lissy nur durch die Heime gegangen, ohne dass wir jeden den Hund haben streicheln lassen. Sie sollte vorerst einfach die neue Umgebung beschnüffeln können und in aller Ruhe die Eindrücke mit einigen Leckerlis auf sich wirken lassen. Natürlich sind das private Trainingsstunden, die auch bezahlt werden müssen, aber ich wollte von einer außenstehenden Person, die meinen Hund sehr gut kennt, beobachten lassen, ob Lissy wirklich keinen Stress damit hat und ob ich nichts übersehe.

Ich achte seit meiner Ausbildung leider immer mehr darauf, wie die Leute in meiner Umgebung mit ihren Hunden umgehen. Und das ist selten positiv. Mehr als die Hälfte der Menschen hat keine Ahnung, wieviel Stress ihr Hund gerade hat oder wie wenig sie auf ihn achten.
Jeder Therapiehund/Besuchshund ist in erster Linie ein Familienmitglied. Es ist schön, wenn er sich für die Arbeit eignet, aber man sollte auch nicht enttäuscht sein, wenn dem nicht so ist.

KiDeTi: Ganz lieben Dank, Karin, dass wir Dich, Lissy und Deine Arbeit hier vorstellen durften. Wir freuen uns, dass du ein Teil von KiDeTi bist und wünschen Dir ganz viel Spaß und wundervolle Momente in den KiDeTi - Projekten.

Und wir wünschen Dir und Lissy von Herzen ganz viel Erfolg für die Abschlussprüfung!



KiDeTi: Kinder - Demenz und Tiere   


 

Im Jahr 2050 werden drei Millionen Menschen an Demenz erkrankt sein und damit zu einem therapeutischen und das ist eine enorme therapeutische und gesellschaftliche Aufgabe.   

 

Der Einsatz von Robotern in der Altenpflege wird immer weiter vorangetrieben.
Mit unseren Projekten möchten wir einen Beitrag zu einem menschlichen und persönlichen Miteinander leisten, indem wir Kinder, Demenz erkrankte und Tiere zusammen bringen.

Ein Therapiebegleithund öffnet dabei nicht nur Türen und Herzen von Alt und Jung, sondern bildet eine stabile Brücke zwischen den beiden Generationen, die ohne Scham überschritten werden kann.

Beide Generationen lernen im aktiven Zusammensein voneinander.
Wir bringen den Kindern den artgerechten Umgang mit Hunden nahe und stellen Berufe wie beispielsweise den des Ergotherapeuten, der Pflegekraft oder des  Tierarzt vor.
Die Senioren werden aus ihrer Einsamkeit und Lethargie geholt und können im Miteinander mit den Kindern ihre wertvollen Erfahrungen an sie weitergeben. Gleichzeitig werden u.a. die Erinnerung und die Mobilität aktiviert. Das Selbstwertgefühl wird wieder bestärkt und die Kommunikation angeregt. 
Die Projekte werden von ausgebildeten, zertifizierten Therapiebegleithundeteams durchgeführt und auf einem fachlich anspruchsvollen Niveau begleitet. Die Projektleiter sind erfahren im Umgang mit Kindern und demenzerkrankten Senioren.
Auch unsere Hunde sind speziell in der Arbeit mit demenzkranken Senioren und mit Kindern ausgebildet und erfahren. Sie werden regelmäßig tierärztlich untersucht und von ihren Ausbildungsinstituten regelmäßigen Nachprüfungen unterzogen.
Wenn wir jetzt Ihr Interesse an einem KiDeTi-Projekt geweckt haben, würden wir uns freuen Ihnen in einem persönlichen Gespräch unser Projekt näher bringen zu können.